Mit der neuen Onlinereihe „Transfer in der Pause“ möchte die Hochschulallianz für den Mittelstand den Transfer zwischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften und mittelständischen Unternehmen unterstützen und den online — Austausch zwischen Wissenschafter*innen und Unternehmensvertreter*innen fördern. Das Lunchformat im virtuellen Raum bietet Interessierten dabei eine gute Gelegenheit, einen Einblick in innovative Projekte und Transferaktivitäten verschiedener Bereiche zu erhalten. Am Dienstag, 18. November 2025 thematisiert von 12.30–13.30 Prof. Dr. Wolfgang Bessler, Hochschule Offenburg die Diagnose von Lithium-Ionen-Batterien mit Spannungsgeführten Modellen: Von der wissenschaftlichen Idee zum Start-Up. Anmeldungen sind ab sofort über https://hochschulallianz.de/events/transfer-in-der-pause/ möglich.
Jährlich werden über zehn Milliarden Lithium-Ionen-Batterien für Produkte wie Smartphones, Elektrowerkzeuge, Heimspeicher und Elektrofahrzeuge produziert. Deren Betrieb erfordert eine zuverlässige Diagnose des Ladezustands (State of Charge, SOC), der als Grundlage für Nutzeranzeige und Energiemanagement dient. In großskaligen Anwendungen mit hohem Batteriekostenanteil ist zudem die Diagnose des Gesundheitszustands (State of Health, SOH) von zentraler Bedeutung. Sie kennzeichnet den Alterungsgrad der Batterie und liefert Aussagen zu Kapazität und Leistungsfähigkeit. Damit unterstützt sie Nutzer bei der Bewertung des Restwerts sowie Hersteller bei der Einschätzung von Garantierisiken und der Entwicklung vorausschauender Wartungsstrategien. Angesichts des hohen CO₂-Fußabdrucks von Lithium-Ionen-Batterien trägt eine präzise SOH-Diagnose außerdem dazu bei, die Lebensdauer zu verlängern und gealterte Batterien sinnvoll in Second-Life-Anwendungen einzusetzen.
Am Institut für nachhaltige Energiesysteme der Hochschule Offenburg wurden in den letzten Jahren im Rahmen mehrerer Forschungsprojekte innovative Methoden zur Diagnose von SOC und SOH entwickelt. Dafür wurde die neue Technologie der so genannten Spannungsgeführten Modelle (voltage-controlled model, VCM) entwickelt. Diese ermöglichen eine höhere Genauigkeit der Diagnose bei gleichzeitig geringerem Rechenaufwand. In mehreren Publikationen wurden die wissenschaftlichen Grundlagen beschrieben und die Anwendbarkeit zusammen mit Industriepartnern aufgezeigt. Der große Erfolg der Laboruntersuchungen ermutigte das Forschungsteam, eine Start-Up-Idee im Rahmen des Black Forest Accelerators zu entwickeln und im Frühsommer 2025 das Start-Up AccuVice GmbH zu gründen. Im Lunch Talk wird die neue Diagnosemethode vorgestellt und die Geschichte von der wissenschaftlichen Idee zum Start-Up rekapituliert – ein herausragendes Beispiel für Transfer.
Der Zugangslink lautet: https://bbb.hs-bremerhaven.de/rooms/hbv-0ys-7dj-gax
