Hochschulallianz für den Mittelstand zum Ende des ZIM-Programms
„Der plötzliche Antragsstopp des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) seit fast 20 Jahren erfolgreich laufenden zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) sendet ein fatales Signal aus“, so die Vorsitzende der HAfM und Präsidentin der Hochschule Hamm-Lippstadt Prof. Dr. Kira Kastell. Als Grund seien die erheblich gestiegene Nachfrage seit dem vierten Quartal 2025 und die begrenzt verfügbaren Haushaltsmittel genannt worden. „Erfolg als Grund zur Einstellung! Wie sinnvoll ist das?“ fragen sich die 16 Mitgliedshochschulen der Hochschulallianz für den Mittelstand (HAfM) angesichts des geplanten Antragsstopps des BMWE.
Der aktuelle Stopp des ZIM-Programms gilt für alle Projektformen sowie Projektskizzen. Eine Aufhebung der Aussetzung der Antragsannahme wird für Anfang 2027 angestrebt. „Dabei wird das ZIM-Programm von uns als Hochschulallianz für den Mittelstand als das gerade im Hinblick auf die Zusammenarbeit von Hochschulen für angewandte Wissenschaften und Mittelstand wichtigste Förderprogramm angesehen“, so der Geschäftsführer der HAfM, Prof. Dr. Peter Ritzenhoff. Kürzlich haben die Mitglieder der HAfM bestehende Transferförderstrukturen durch die Hochschulallianz für den Mittelstand analysiert und ein Positionspapier veröffentlicht. Darin heißt es u.a., dass die DAFG u.a. mit Forschung an HAW gestärkt werden sollte und Ergebnisse nahtlos an ZIM, IP-Förderung und Verwertungsprogramme anknüpfen müssen.
Beim ZIM-Programm liegt ein wesentlicher Erfolgsfaktor in der etablierten und lange bestehenden Unterstützungsmöglichkeit von vielversprechenden kooperativen Innovationsvorhaben. Hochschulen und Unternehmen kennen die Kriterien und können sich damit verstärkt auf die Vorbereitung der Marktfähigkeit von Verfahren und Produkten konzentrieren. Mit knapp 50 Mio € pro Jahr gehen nahezu 10% der vom Bund an Hochschulen für angewandte Wissenschaften umgesetzten Fördermittel auf das ZIM-Programm zurück. Es ist damit das bekannteste und für die Mittelstandskooperation relevanteste Programm aller Transferprogramm des Bundes.
„Verlässlichkeit ist ein wesentlicher Faktor für das Zutrauen in den Standort. Das gilt insbesondere für Unternehmen. Auf gut kooperierende Konsortien wirkt dies wie ein bewusst akzeptierter Entwicklungs-Blackout“, so Prof. Kastell. Eine Komplettsperrung der Förderlinie verunsichert alle Beteiligten. Sollte es andere Förderlinien geben, auf welche die Antragsideen umgeleitet werden können, wäre es Aufgabe der Ministerien diese Verschiebungen intern vorzunehmen. Auf Grund der unübersichtlichen Struktur der Förderlandschaft und der Förderbedingungen ist die Identifikation alternativer Förderinstrumente für die Antragstellenden zusätzlich erschwert. Gerade bei knappen Mitteln darf der Zugang dazu nicht durch formale Hürden erschwert werden. Eine Förderung darf nicht davon abhängen, dass eine Idee zufällig das richtige Zeitfenster für eine Antragstellung erwischt. Die Dauer zwischen Antragstellung, Förderzusage und Mitteleingang ist bereits ein Faktor, der eine Hürde für kooperative Entwicklungen seitens der Unternehmen darstellt.
Das vollständige Positionspapier zu den Transferförderstrukturen findet sich unter https://hochschulallianz.de/publikationen/positionspapier-fuer-eine-nachhaltige-transferfoerderung-von-der-forschung-bis-zur-innovation/
Foto: ZIM-Logo
