Regi­on stär­ken durch ange­wand­te Wis­sen­schaft — Deut­sche Agen­tur für Trans­fer und Inno­va­ti­on (DATI)

Moderator und Wissenschaftsjournalist Dr. Jan-Martin Wiarda zusammen mit den HAfM Vorstandsmitgliedern Dr. Muriel Helbig und Prof. Dr.-Ing. Peter Ritzenhoff im Gespräch

Mode­ra­tor und Wis­sen­schafts­jour­na­list Dr. Jan-Mar­tin Wiar­da zusam­men mit den HAfM Vor­stands­mit­glie­dern Dr. Muri­el Hel­big und Prof. Dr.-Ing. Peter Rit­zen­hoff im Gespräch

 

Impul­se und Dis­kus­sio­nen bei der 6. Ber­li­ner Transfer­konferenz der Hochschul­allianz für den Mittelstand

„Die bis­he­ri­ge Kom­fort­zo­ne ver­las­sen und gemein­sam neue Ver­bin­dun­gen wagen – so kann die Ent­wick­lung der im Koali­ti­ons­ver­trag ver­an­ker­ten Deut­schen Agen­tur für Trans­fer und Inno­va­ti­on (DATI) gelin­gen“, davon ist der Vor­sit­zen­de der Hochschul­allianz für den Mit­tel­stand (HAfM), Prof. Dr.-Ing. Peter Rit­zen­hoff, nach der 6. Ber­li­ner (Online-)Transferkonferenz über­zeugt. Im Zuge der Ver­an­stal­tung schuf die HAfM am Mon­tag, den 14.02.2022, ein Gesprächs­fo­rum zwi­schen Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­tern ver­schie­de­ner För­der­or­ga­ni­sa­tio­nen, der Poli­tik, der Wirt­schaft, Wis­sen­schaft sowie von Ein­rich­tun­gen für sozia­le Inno­va­tio­nen und den Trans­fer in die Zivil­ge­sell­schaft über die von der Bun­des­re­gie­rung im Koali­ti­ons­ver­trag ver­an­ker­te DATI. Fast 400 Inter­es­sier­te ver­folg­ten den Live­stream der vier Ses­si­ons und nutz­ten rege die Mög­lich­keit, über die Online­platt­form Scoocs mitzudiskutieren.

Ein beson­de­res Anlie­gen der HAfM ist es, den Mehr­wert der DATI zu begrei­fen. „Ange­wand­te Wis­sen­schaft stärkt die Regio­nen durch krea­ti­ve Zusam­men­ar­beit von Wis­sen­schaft, Wirt­schaft und Kom­mu­nen. Um das Poten­ti­al zu ent­fal­ten, muss sich das Wis­sen­schafts­sys­tem wan­deln und dazu braucht es die Unter­stüt­zung der DATI“, lau­tet ent­spre­chend die Quint­essenz aus Sicht der HAfM. Schon das gemein­sa­me Posi­ti­ons­pa­pier zur DATI von der HAfM mit UAS7 und HAW­tech unter­streicht eine nach­hal­ti­ge Stär­kung der Trans­fer­struk­tu­ren mit dem Ziel, unge­nutz­te Inno­va­ti­ons­po­ten­tia­le durch das Zusam­men­wir­ken von Hoch­schu­len und ins­be­son­de­re mit­tel­stän­di­schen Unter­neh­men deut­lich bes­ser zu nut­zen. Dr. Tho­mas Sat­tel­ber­ger, Par­la­men­ta­ri­scher Staats­se­kre­tär im Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Bil­dung und For­schung, füg­te in sei­nem Impuls wäh­rend der Transfer­konferenz hin­zu: „Die stra­te­gi­sche Nische der DATI liegt in regio­nal und bot­tom-up ori­en­tier­ten Akti­vi­tä­ten. Die Hoch­schu­len für ange­wand­te Wis­sen­schaf­ten sind dabei ein ele­men­ta­rer Bau­stein.“ Dem konn­te Prof. Dr. Karim Khak­zar, Vize­prä­si­dent der Hoch­schul­rek­to­ren­kon­fe­renz, Spre­cher der Grup­pe der HAW, nur zustim­men: „20.000 Pro­fes­su­ren an den Hoch­schu­len für Ange­wand­te Wis­sen­schaf­ten (HAW): Das ver­steck­te Poten­zi­al der HAW muss geho­ben wer­den.“ Aller­dings kön­ne die DATI ihre Wir­kung am bes­ten ent­fal­ten, wenn sie eine freie Orga­ni­sa­ti­on sei.

Wie die DATI kon­kret aus­ge­stal­tet sein soll und was kon­kret ihr Auf­ga­ben­feld umfas­sen soll, ist in der Poli­tik wie auch bei den an solch einem neu­en För­der­instru­ment Mit­wir­ken­den auf Bun­des- und Län­der­ebe­ne noch abzu­gren­zen und aus­zu­ge­stal­ten. Im Polit-Talk, mode­riert von Wis­sen­schafts­jour­na­list Dr. Jan-Mar­tin Wiar­da, dis­ku­tier­ten Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter der Regie­rungs- und Oppo­si­ti­ons­par­tei­en dar­über, was kon­kret zu tun ist. „Die Bun­des­agen­tur für Sprun­gin­no­va­tio­nen SPRIND ist für dis­rup­ti­ve Inno­va­tio­nen zustän­dig, die DATI für die ange­wand­te Inno­va­tio­nen auf der Ebe­ne HAW“, ist Dr. Anna Christ­mann, Frak­ti­on Bünd­nis 90/Die Grü­nen, über­zeugt. Es gebe vie­le gro­ße und klei­ne Pro­gram­me, aber es gebe nicht den agi­len, eigen­stän­di­gen Akteur, der auch mal Expe­ri­men­tier­räu­me schaf­fen kön­ne. Auch wenn Petra Sit­te (Die Lin­ke) und Tho­mas Jar­zom­bek (CDU) durch­aus kri­tisch auf das Vor­ha­ben der Regie­rungs­par­tei­en bli­cken, so sind sie offen für neue Ideen. „Die DATI ist ein Expe­ri­ment, bei dem wir För­de­rung ganz neu den­ken wol­len“, erklärt Dr. Tho­mas Sattelberger. 

„Lasst euch auf Expe­ri­men­te ein“, appel­liert der Gene­ral­se­kre­tär des Stif­ter­ver­bands für die Deut­sche Wis­sen­schaft, Dr. Vol­ker Mey­er-Guckel. Und Hen­ri­ke Schlott­mann von Pro­ject­Tog­e­ther unter­streicht aus der Wirt­schafts­per­spek­ti­ve: „Wir soll­ten ins Machen kom­men! Brin­gen wir alle Akteu­rin­nen und Akteu­re und deren Lösungs­vor­schlä­ge zusam­men.“ Mit der 6. Ber­li­ner (Online-)Transferkonferenz hat die Hochschul­allianz für den Mit­tel­stand ein Forum für wich­ti­ge Impul­se und offe­ne Dis­kus­sio­nen gebo­ten. „Wir waren uns einig, dass wir ein Pro­blem haben, das eine DATI lösen kann“, fasst HAfM — Vor­stands­mit­glied Dr. Muri­el Hel­big zusam­men. Jetzt müs­se man mutig nach vor­ne schrei­ten, die Dis­kus­si­on am Lau­fen hal­ten und das Ziel im Blick behal­ten. “Dazu wird die Hochschul­allianz für den Mit­tel­stand ihren Bei­trag in den kom­men­den Mona­ten leis­ten”, ver­si­chert HAfM — Vor­stands­mit­glied Prof. Dr. Susan­ne Weissman.